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Sumatra

Sumatra ist die drittgrößte Insel des Archipels. Die massive Gebirgskette Bukit Barisan erstreckt sich fast über die gesamte Länge der Insel und prägt Sumatras vielfältige Landschaft mit Tropenwäldern, wilden Küsten, breiten Sandstränden, tiefen Schluchten und dampfenden Sümpfen. Große Teile der Insel sind geschützte Naturreservate, wie zum Beispiel das Great Bukit Barisan Forest Reserve in Nordsumatra. Faszinierende Ethnien wie die Batak im Norden und die Minangkabau in Westsumatra sind hier zu Hause.

Aceh: Nach der Katastrophe

Aceh ist die nördlichste und westlichste der neun Provinzen Sumatras. Seit der Ankunft des Islams im 13. Jahrhundert hat sich Aceh zu einer vorwiegend muslimischen Region entwickelt, deren Kunst und Architektur von der Religion geprägt sind. Der Saman-Tanz beispielsweise verbindet die dynamischen, synchronen Bewegungen der Tänzer mit religiösen Chorälen. Der schnelle, rhythmische Tanz preist den Allmächtigen. Die Körperbewegungen erfordern immense Disziplin und die volle Konzentration aller Beteiligten.
Das eindrucksvollste Gebäude der Provinzhauptstadt Banda Aceh ist die große Baiturrachman-Moschee mit ihrer schwarzen Kuppel und dem Innenbereich aus weißem Marmor. Die Moschee ist eins der wenigen Gebäude, die der Naturkatastrophe Ende 2004 auf mysteriöse Weise standhielten.
Am 26. Dezember 2004 wurde Aceh von einem Erdbeben und Tsunami heimgesucht, deren Wucht bis dahin auf der Welt ungekannte Ausmaße hatte. Am schlimmsten betroffen waren Banda Aceh und die Regionen entlang der Nordwestküste Sumatras. Inzwischen hat die Bevölkerung aus den Trümmern ihr Leben wiederaufgebaut – mit der für die Acehnesen typischen Widerstandskraft.
Acehs Natur gehört zu den größten Reichtümern der Region. Ein großer Teil der Flora und Fauna konzentriert sich im Naturschutzgebiet Gunung-Leuser-Nationalpark. Im Park ist eine Vielfalt an Säugetieren beheimatet, darunter Gibbons, Orang-Utans, das Sumatra-Nashorn, Tiger und Elefanten.
Ob Meer oder Fluss - in Aceh kann man einige der aufregendsten Abenteuer auf und unter dem Wasser erleben. Eine Wildwasserrafting-Tour die Stromschnellen und Flusswindungen des Krueng Tripa oder des Alas-Flusses hinab ist eine atemberaubende Erfahrung, bei der Sie klitschnass werden.
Unter Wasser eignet sich das Meer ideal zum Schnorcheln und Tauchen mit einer Sichtweite von 25 Metern, zum Beispiel um die Insel Weh (Pulau Weh) vor der Nordspitze Sumatras und im Rubiah-Seegarten.

Nordsumatra: historische Stätten und große Primaten
In der herben Schönheit der Berglandschaft Nordsumatras lebt das Volk der Batak. Wer von Medan aus zu einer Reise ins Land der Batak aufbricht, sollte zunächst einen Abstecher ins Bahorok Orang Utan Rehabilitation Centre in Bukit Lawang machen, wo man ausgewilderte Orang Utans aus nächster Nähe sehen kann. Über die Serpentinen des Transsumatra-Highways geht die Fahrt zum hochgelegenen Toba-See, dem größten See Südostasiens und tiefsten Kratersee der Welt. Die Insel Samosir in der Mitte des Toba-Sees ist die Heimat der Toba-Batak. Einige Dörfer mit den traditionellen Häusern werden noch bewohnt. Beeindruckend sind auch die historischen Steinurnen und Sarkopharge.
In der hübschen Bergstadt Brastagi im Karo-Hochland, die malerisch zwischen den Vulkanen Sinabung und Sibayak liegt, sind die Karo-Batak zu Hause. Hier bekommt man eine fantastische Auswahl an Gemüse und Früchten.
Die Bewohner der Insel Nias haben eine lebendige Megalithkultur mit Steinskulpturen, Menhiren, Kriegstänzen und rituellen Kämpfen mit den klangvollen Namen Tulotolo und Fahombe. Fahombe ist ein Ritual, bei dem die Männer der Insel über einen mehr als 2,5 Meter hohen Stein springen. Touristen können ihren Mut beim Surfen und Wellenreiten beweisen. Die der offenen See zugewandten Küsten Westsumatras und der Insel Nias gehören zu den besten Surfgebieten Indonesiens.

Tal der Schönheit
Das kühle Hochland Westsumatras gehört zu den malerischsten Regionen der Insel. Hier gibt es spektakuläre Vulkane, fruchtbare Täler und Schluchten wie das Anai-Tal und die Canyons Sianok und Harau. Die Harau-Schlucht ist ein Naturschutzgebiet, wo die größte Blume der Welt wächst: die riesige und seltene Rafflesia.
Westsumatra ist das Land der Minangkabau, einer der letzten matrilinearen Kulturen der Welt. Sie sind für ihre handgewebten songket-Stoffe ebenso berühmt wie für die Stammeshäuser mit den reichverzierten, geschwungenen, Büffelhörnern nachempfundenen Dächern, die rumah gadang.
Die hochgelegene Stadt Bukittinggi ist angenehm kühl und bietet einen schönen Blick auf zwei Vulkane: Merapi und Singgalang. Rund zwei Stunden und 44 Haarnadelkurven entfernt liegt der Maninjau-See, ein großer Kratersee von ganz besonderer Schönheit mit einem vielfältigen Erholungsangebot.
Eine rund zehnstündige Fahrt von der Provinzhauptstadt Padang entfernt liegt Sumatras größter Nationalpark Kerinci Seblat. In seinem Territorium liegen der aktive Vulkan Jerinci (3805 Meter) und einige Seen in großer Höhe. In den tiefliegenden Regenwäldern des Nationalparks leben Nashörner, Tiger, Nebelparder, Elefanten und viele Vogelarten. An der Ostseite des Vulkans findet sich ein Garten Eden für Botaniker: ein hochgelegenes Süßwassersumpfgebiet, das als Bentu-See bekannt ist.

Vor der Westküste Sumatras, umgeben von Korallenriffen, liegen die Mentawi-Inseln. Sie sind ein Taucherparadies. Vor der Insel Pieh gibt es eine 40 Meter tiefe Steilwand, die von einer unglaublichen Vielzahl an Fischen und anderen Meereslebewesen bevölkert ist. Die Einwohner der Inselkette leben in relativer Isolation und halten jahrhundertealte animistische Glaubensvorstellungen aufrecht.

Das Erbe der großen malayischen Königreiche
Rund zweeinhalb Stunden von Pekanbaru entfernt, steht im Dorf Siak Sri Indrapura am Ufer des Siak-Flusses der Sultanspalast aus dem 19. Jahrhundert. Die Architektur des Asserayah-Palastes vereinigt maurische, europäische, indische und traditionell malayische Designs. In Muara Takus, etwa 200 km von Pekanbaru entfernt, steht eine buddhistische Tempelanlage, die zwischen dem 7. und dem 9. Jahrhundert erbaut worden sein soll.

Majestätische Felsen und Vulkane
Bangka Belitung hat nicht nur eine imponierende Küstenlandschaft zu bieten, es ist auch ein Gourmet-Paradis für Liebhaber von Fisch und Meeresfrüchten. In Belitung ragen riesige Granitfelsen direkt neben weißen Sandstränden aus türkisblauem Wasser. Ölpalmen und Kautschukbäume sowie Kaffeepflanzen gedeihen in ausgedehnten Plantagen auf dem fruchtbaren Boden der Region.
In der Stadt Bengkulu, der britischen Festung aus dem 17. Jahrhundert, wurde das Fort Marlborough sorgfältig restauriert. Die riesige Rafflesia-Blume in den Botanischen Gärten am See Dendam Tak Sudah wurde nach Bengkulus erstem Gouverneur Sir Stamford Raffles benannt. In der Lampung-Bucht explodierte im Jahr 1883 die Vulkaninsel Krakatau mit einer gigantischen Erschütterung, die um die halbe Welt zu spüren war.


Fotoquelle : Ministerium für Kultur und Tourismus der Republik Indonesien

 

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