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Die Molukken

Jahrhundertelang waren die Molukken als ‚Gewürzinseln’ berühmt. Nur von hier kamen Gewürze wie Muskatnuss, Muskatblüte und Nelken nach Europa. Etliche Überreste alter Forts künden noch heute von den Kämpfen der Spanier, Holländer und Portugiesen um die Kontrolle über die Region.

Die Wallace-Linie
Die Molukken (außer Aru) liegen auf der Grenze zwischen zwei Regionen mit ganz unterschiedlicher Flora und Fauna. Nach dem Forscher Sir Alfred Wallace benannt heißt sieWallace-Linie und verläuft zwischen Bali und Lombok hindurch. Westlich von Bali gehört die Tier- und Pflanzenwelt eurasischen Spezies an, von Lombok östlich australischen Gattungen. Wegen seiner besonderen geografischen Lage sind auf den Molukken Arten beider Seiten beheimatet.

Wo der Pfeffer wächst
Seit den Tagen des Gewürzhandels sind die Molukken berühmt für Muskatnüsse, Nelken, Ingwer, Zimt und Pfeffer. Auch heute noch sieht man überall auf den Inseln zum Trocknen in der Sonne ausgelegte Nelken, Muskatblüten und -nüsse. Der Wind trägt den aromatischen Duft dieser Gewürze in alle Himmelsrichtungen.
Muskatnüsse werden mit einer zweigezinkten langen Stange geerntet. Die Frucht wird mit den Zinken angestoßen und fällt in einen Korb. Nelken hingegen, die nagelförmigen, ungeöffneten Blütenkelche des Eugenia Aromatice-Baumes, werden mühsam von Hand gepflückt.

Mythen und Legenden
Ein Besuch des Siwalima-Museums in der Provinzhauptstadt Ambon vermittelt einen Einblick in die Geschichte und Kultur der Molukken. Außerhalb der Stadt, in Soya Atas, kann man uralte Megalithen besichtigen. Im 30 km nördlich von Ambon gelegenen Waai kann der Priester eines Schreins große Aale und Karpfen, die in einem Bassin mit heiligem, klarem Wasser leben, zu sich locken. Auch eine Tour in die Zentralmolukken zum Naulu-Volk lohnt sich. Erkennbar an ihren roten Kopfbändern, sind sie ihren uralten Traditionen treu geblieben. Auf Seram, der größten Insel der Molukken, scheinen Mystik und Magie noch lebendig. Hier erzählt man sich immer noch Geschichten von Menschen, die fliegen oder ihre Gestalt ändern, oder von rätselhaften Morden.

Der Charme von Banda Neira
Das Banda-Archipel, das seinen Namen der Hauptinsel Banda Neira verdankt, besteht aus zehn Inseln vulkanischen Ursprungs. Hinter einer Lagune ragt der Vulkan Gunung Api in die Landschaft. Eine Wanderung auf den Gipfel wird mit einer spektakulären Sicht auf das tiefblaue Meer belohnt. Auf dem Weg überquert man die erstarrten Lavaflüsse der letzten großen Eruption des Vulkans von 1980. Für eine Gipfeltour sollte man früh aufbrechen und unbedingt einen Führer mitnehmen.

Der östliche Stützpunkt
Ruinen von Forts aus der Zeit des Gewürzhandels findet man auf vielen Inseln der Molukken, sei es auf der winzigen Inseln Ternate und Tidore im Norden, oder auf dem kleinen Banda-Archipel. Beispiele sind Fort Duurstede auf Saparua, Fort Belgica und Fort Nassau in Banda Neira, Concordia und Hollandia auf Lontar und Fort Revingil auf Ai.
Das Haus der Kultur auf Banda Neira beherbergt viele historische Kunstwerke. Eine Kirche mit einem holländischen Friedhof ist angegliedert. Auf Steingrabplatten kann man die Namen holländischer Kolonialisten lesen.
Im Laguna-See auf Halmahera leben heilige Krokodile, die Glück bringen sollen. Etwa fünf Kilometer außerhalb der Stadt liegt der über 1 700 Meter hohe Vulkan. Auf dem Weg dorthin ist der älteste Nelkenbaum der Welt zu besichtigen. Mit einer Höhe von 36 Metern und einem Durchmesser von über vier Metern hat er stattliche Ausmaße erreicht. Direkt vor der Küste ragen die Überreste gesunkener japanischer Schiffe aus dem Wasser.
Die Insel Morotai war im Zweiten Weltkrieg heiß umkämpft. Sie diente zunächst den Alliierten und dann den Japanern als Flugbasis. Flugzeugwracks und verrostende Gewehre zeugen von dieser Zeit.

Sonne, Meer und Sand
Das aus etwa 25 Inseln bestehende Aru-Archipel in der Arafurasee bietet mit seinen Mangrovensümpfen und den tief gelegenen Palmenwäldern einen Lebensraum für ungewöhnliche Schmetterlingsarten und Schwärme von Paradiesvögeln.
Warmes Wasser, gute Sicht und starke Strömungen versprechen aufregende Ausflüge für Fans des Strömungstauchens in einer unberührten und traumhaft schönen Unterwasserwelt. Hier wimmelt es nur so von farbenprächtigen Korallen, und die maritime Artenvielfalt sucht ihresgleichen. Auch die Banda-See lässt die Herzen von Sporttauchern höher schlagen, hier ist das Meer jedoch auch bestens geeignet für verschiedene Wassersportarten wie Windsurfen oder Fischen. Allein um Ambon herum wurden 780 Fischspezies gezählt.
Tauch- und Schnorchelerlebnisse vom Feinsten garantieren auch die mit dem Boot von Tulehu oder Honimua zu erreichenden Inseln Pombo, Nusa Laut und Halmahera. Vor der Insel Bobale, auch bekannt für einen gut erhaltenen japanischen Bunker, der dort besichtigt werden kann, können Taucher gelegentlich sogar Perlmutt finden.
Auf der Nachbarinsel Tanimbar lohnt ein Besuch des Dorfes Sanglia Dol. Eine weitläufige megalithische Treppe führt zu einem Zeremonienplatz, wo ein riesiges Boot aus Stein liegt. Die Einheimischen glauben, dass dieses Boot das heilige Schiff war, in welchem die Ahnen die Inseln erreichten.



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