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Kalimantan
Als Hauptproduzent von Öl und Holz ist Ost-Kalimantan
zurzeit eine der am besten entwickelten Provinzen der Insel
und ist außerdem die zweitgrößte Provinz
Indonesiens. Hier wohnen die Ureinwohner Kalimantans, die
Bergmenschen (Orang Gunung). Die Volksstämme werden im
allgemeinen Dayak genannt, obwohl viele Stämme lieber
mit ihren Stammnamen wie Iban, Punan und Banuaq bezeichnet
werden wollen.
Die örtlichen Volksstämme leben traditionell gemeinsam
in Langhäusern, die Lamin oder Umaq Daru heißen.
Sie sind aus Holz gebaut stehen auf bis zu drei Meter hohen
Pfählen, die vor wilden Tieren und Überschwemmungen
schützen. Die Punan sind Nomaden, Jäger und Sammler.
Sie benutzen die Häuser nur während der Regenzeit.
Die Langhäuser sind normalerweise in einzelne Familienquartiere
und in Gemeinschaftsbereiche unterteilt. In diesen Gemeinschaftsbereichen
werden die Dorfversammlungen und Zeremonien abgehalten. Dabei
werden die Stammesverbindungen im Zeitalter schnell fortschreitender
Technik gestärkt.
Schutz-Statuen vor den Häusern sollen gegen
böse Geister, die Krankheiten und Unglück bringen,
schützen. Die traditionelleren Stammesangehörigen
haben gepiercte Ohrläppchen, die sich über die Jahre
durch das Gewicht der Gold- oder Messingringe dehnen, und
schön ausgearbeitete Tätowierungen. Der Schmuck
und die Designs sind kompliziert und kraftvoll und haben meistens
eine Bedeutung. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben.
Startpunkte für eine Inseltour sind die
Provinzhauptstädte Balikpapan und Samarinda. Am Mahakam-Fluss-System
entlang zu reisen, ist ein fesselndes Abenteuer. Ein 2000
Hektar großes Orchideen-Reservat in der Nähe des
Dorfes Kersil I verfügt über 27 verschiedene Orchideenarten,
darunter die sehr seltenen Cologenia Pandurata und die schwarze
Orchidee.
West-Kalimantan mit der Provinzhauptstadt Pontianak
liegt direkt am Äquator. Pontianak wurde im Jahr 1771
von Syarif Abdul Rahman Al-Kadri von Saudi Arabien gegründet
und ist mittlerweile zu einem Wirtschaftszentrum herangewachsen,
mit einer ansehnlichen Universität und einem riesigen
Indoor-Stadion. Kanäle und einer der längsten Flüsse
Indonesiens, der Kapuas (1143 km lang), teilen die Stadt.
Der Hinduismus erreichte West-Kalimantan im Jahre 400, und
Steinschnitzereien und Keramikscherben weisen darauf hin,
dass es sowohl hinduistische als auch buddhistische Zivilisation
in der Region gab. Den größten Einfluss auf die
Entwicklung der Region hatte jedoch der Islam.
Die Ausbreitung des Islam in West-Kalimantan
ereignete sich ungefähr zeitgleich mit der Entstehung
des ersten islamischen Königreichs in Aceh im 15. Jahrhundert.
Der Islam verbreitete sich schnell, und viele Königreiche
entstanden, vor allem wegen der bedeutenden strategischen
Lage Kalimantans, das mitten auf den Handelsrouten nach China
und zu den Philippinen liegt.
West-Kalimantan ist 146.807 km² groß,
reich an verschiedenen Mineralien und Edelsteinen und noch
weitgehend unerforscht. Die Küstengebiete bestehen zumeist
aus Sumpfgebieten mit mehr als 100 Flüssen. Im gebirgsreichen
östlichen Teil der Provinz, weit entfernt von den Städten
und dem Flachland, gibt es viele Dayak-Dörfer. Die Dayak
haben viele Traditionen, die sie auf verschiedene Weise ausdrücken;
schwere Ohrringe, Tätowierungen, anspruchsvolle Bemalungen,
Designs und Schnitzereien und zauberhafte Tänze. In der
Provinz leben auch große Gruppen anderer Ethnien, darunter
Chinesen, Malayen und Indonesier aus anderen Regionen.
Zentral-Kalimantan ist mit 153800 km² die
größte Provinz der Insel. Sie besteht zum größten
Teil aus Dschungel. Der Norden ist sehr gebirgsreich und nur
sehr schwer zugänglich. Der südliche Teil dagegen
ist eher sumpfig mit vielen Flüssen. Das Klima ist heiß
und feucht.
Drei Unter-Stämme der Dayak bewohnen das
Gebiet. Die Ngaju, die Danum und die Ma’anyan Ot Siang.
Die Ngaju sind Nomaden. Sie gehören der alten Kaharingan-Religion
an, einer Mischform aus Ahnenkult und Animismus. Mit ungefähr
6000 Menschen ist der Ot Danum der größte der drei
Unterstämme. Die Ot Danum leben in Langhäusern,
die bis zu 50 Räume haben. Die Frauen sind für die
Kunst des Rattan-Flechtens bekannt. Wie andere Dayak auch,
sind die Männer gute Jäger, die mit einfachen Mitteln
jagen.
Die Kultur Zentral-Kalimantans wurde deutlich
durch die Kaharingan-Religion bestimmt, der traditionellen
Religion der Dayak im Hinterland Zentral-Kalimantans. Die
Architektur, Statuen und Schnitzereien wurden durch Hindus,
Chinesen und Hindu-Javaner geprägt. Neben ihren ästhetischen
Eigenschaften, werden die Objekte vor allem wegen ihrer magischen
Kraft geschätzt.
Das Meratus-Gebirge teilt Süd-Kalimantan
in zwei Regionen. Der östliche Teil der Provinz, in dem
die Bergmenschen („orang gunung“) wohnen, ist
gebirgig und mit Regenwald bedeckt. Die Dayak bilden hier
die Minderheit. Die südliche Region ist viel flacher
und hat lange breite Flüsse die sich durch das Tiefland
und durch die Sumpfgebiete schlängeln. Diese machen Süd-Kalimantan
außergewöhnlich fruchtbar. Viele Dörfer und
Siedlungen entlang dieser Flüsse wurden durch die eingeborenen
Banjar erbaut.
Süd-Kalimantan hat eine sehr farbenfrohe Folklore, was
man an der Kleidung, der Musik, den Tänzen, den Spielen
und den Zeremonien sehen kann. Die Handarbeiten werden aus
örtlichen Materialien wie Steinen, Gold, Silber, Messing,
verschiedenen Holzarten, Bambus und Rattan gefertigt. Süd-Kalimantan
ist außerdem der größte Holzproduzent Indonesiens.
Weite Wälder mit verschiedenen Baumarten wie Kiefern,
Meranti und Kautschukbäumen machen die Provinz rohstoffreich.
Nicht weit von der Provinzhauptstadt Banjarmasin
mündet der Fluss Barito in den Martapura. Diese Flüsse
sind das Lebenselixier der Stadt, und alles dreht sich um
sie. Sie sind gesäumt von Pfahlbauten. Viele Geschäfte
werden auf dem Wasser abgewickelt. So floriert der schwimmende
Marktplatz, wo von Boot zu Boot unter anderem eine Vielzahl
verschiedener Güter und tropischer Früchte wie Kesturi,
Mangos, Durian, Rambutan, Ananas, Wassermelonen und Bananen
verkauft werden. Süd-Kalimantan ist durch den Syamsuddin-Flughafen,
der ungefähr 25 km von Banjarmasin entfernt ist, gut
mit allen anderen Regionen Indonesiens verbunden. Auf dem
verkehrsreichen Flughafen landen DC-9-Flugzeuge der Fluggesellschaften
Merpati, Bouraq, Sempati und Dirgantara Air. Außerdem
kann man Süd-Kalimantan auch auf dem Seeweg über
die Hafenstädte Trisakti und Banjarmasin erreichen. Für
das Reisen auf der Insel gibt es zwar Straßen, doch
die Wasserwege sind die bevorzugten Reisewege.
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