| Freunde des indonesischen Films können sich auf das Asian
Hot Shots Filmfestival 2009 im Kino Babylon Berlin Mitte freuen:
Vom 13. bis 18. Januar steht Indonesien im Mittelpunkt des Festivals,
das jungen Filmemachern aus Asien eine Plattform für ihre
Produktionen in Europa bietet.
Die Veranstalter geben in ihrem diesjährigen Schwerpunkt
einen Überblick über die Entwicklung des unabhängigen
Films in Indonesien. Im Mittelpunkt steht dabei das "New
Indonesien Cinema", das sich nach dem Niedergang
des Suharto-Regimes frei entfalten konnte.
Als "Bindeglied zwischen der alten und neuen
Ära" gilt der Filmemacher Garin Nugroho,
der unter anderem Träger eines Filmpreises der Berlinale
ist und mit seinem mehrfach ausgezeichneten Film Leaf on a
Pillow ("Daun di atas Bantal") von 1997 - einer
der international meist beachteten indonesischen Filme - vertreten
sein wird. Nugroho entwirft in seinem Film über Straßenkinder
in der zentraljavanischen Stadt Yogyakarta ein sozialkritisches
Bild der indonesischen Gesellschaft der späten 90er Jahre.
Die Straßenverkäuferin Asih, selbst von ihrem Mann
ausgenutzt, übernimmt die Rolle der Mutter für einen
Haufen verwahrloster Straßenkinder in Yogyakarta. Christine
Hakim bekam für ihre Darstellung der Asih den Preis für
die beste schauspielerische Leistung auf dem Asia-Pacific
Filmfestival 1998. Im selben Jahr wurde Leaf on a Pillow auf
dem Filmfestival in Cannes gezeigt.
Leaf on a Pillow schaufelte den Weg frei für neue, unabhängige
und sozialkritische Produktionen. Kuldesak, eine Zusammenstellung
von vier Geschichten aus dem Großstadtmoloch Jakarta,
wird als Grundstein für die Entwicklung des unabhängigen
Films in Indonesien betrachtet: Nan T. Achnas, Mira Lesmana,
Riri Riza und Rizal Mantovani, die Kuldesak produzierten,
gehören heute zu den bekanntesten und erfolgreichsten
Filmemachern des Landes.
Mit Love Potpourri ("Cinta Setaman", von Harry Dagoe
Suharyadi), They call me Monkey ("Mereka Bilang, Saya
Monyet!", von Djenar Maesa Ayu) und Claudia/Jasmine (von
Awi Suryadi), alle drei aus dem Jahr 2008, erhalten drei sehr
junge Produktionen einen Platz im Festivalprogramm. Die Filme
kreisen auf sehr unterschiedliche Weise immer wieder um die
gleichen Themen: die unerfüllte Sehnsucht von Menschen
nach Liebe und Schutz in der Familie; der Kampf ums Überleben
in der rauen und brutalen Wirklichkeit der Metropole; die
Gegensätze zwischen traditionellen Werten und dem Rausch,
der den Kampf ums Überleben in der Großstadt vergessen
macht - Gegensätze, an denen vor allem junge Menschen
zerbrechen.
Neben Produktionen aus Indonesien stehen junge Filme aus China,
Japan, Singapur, Indien, Pakistan, Thailand, Malaysia, den
Philippinen und Korea auf dem Programm. In eigenen Themenbereichen
sind Spiel- und Dokumentarfilme, Kurzfilme und schwul-lesbische
Filme vertreten. Ergänzt wird das Festival durch asiatische
Videokunst-Installationen in Ausstellungsräumen in der
Nähe des Festivalkinos.
Weitere Events rund um das eigentliche Festivalprogramm sind
die Festivalparty, unter anderem mit der japanischen Band
THEE 50'S HIGHTEENS, Panels und Podiumsdiskussionen sowie
zahlreiche begleitende Workshops.
Außerdem werden auch in diesem Jahr wieder die vier
besten Filme mit einem Green Chili Award ausgezeichnet und
ein Sonderpreis wird für einen Film mit "herausragender
interkultureller Verbindung zwischen Europa und Asien"
vergeben.
Mehr Informationen unter:
www.asianhotshotsfestival.com
Eventsbabylon berlin:mitte
Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin
Info: +49-(0)30-2425 969; Büro: 24727-801;
Fax: 24727-800; www.babylonberlin.de
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