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31. März 2008

DEUTSCH-INDONESISCHER MEDIENDIALOG ZUM THEMA ISLAM, MEDIEN UND DEMOKRATIE

Deutsche und indonesische Journalisten haben sich am 4. und 5 März in Jakarta getroffen, um über Islam Medienfreiheit und Demokratie zu diskutieren.

Unter den Rednern waren Dr. Hans Ludwing Freese vom Bremer Verlag Kleio Hamunities, Andreas Zumach, Romo Franz Magnis Suseno, Prof. Azyumardi Azra, Prof. Siti Musda Mulia, Prof. Dr. Deddy Mulyana und Saur Hutabarat.

Die Teilnehmer des Dialoges - Vertreter deutscher und indonesischer Medien sowie Medienwissenschaftler - diskutierten mit viel Enthusiasmus den indonesischen Islam und die Darstellung des Islam in den deutschen Medien. Von deutscher Seite gab es viele Fragen zu Pressefreiheit und der Rolle der Medien in Indonesien. Besonders heiß diskutiert wurde die Empfindlichkeit der muslimischen Gläubigen gegenüber westlichen Nachrichten, besonders im Fall der Mohammed-Karrikaturen von 2006 und 2008. Hitzig wurde die Debatte als Prof. Deddy Mulyana mehr Verständnis westlicher Medien für die Gefühle der Moslems forderte. "Ich verstehe nicht, warum die westlichen Medien nicht aus ihren Fehlern lernen können", sagte Mulyana und löste damit großen Protest bei den deutschen Teilnehmern aus.

Indonesien als Staat mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung sei ein demokratischer Staat, betonte Franz Magnis Suseno. Auch viele muslimisch ausgerichtete politische Parteien wünschten sich Demokratie, einschließlich der Partei für Gerechtigkeit und Wohlstand (Partai Keadilan Sejahtera – PKS), die sich klar für die Förderung der Demokratie ausspreche. „Nur kleine islamische Gruppen lehnen Demokratie ab“, betonte er

Diese Ansicht teilte auch Prof. Azyumardi Azra. Seit der Staatsgründung habe Indonesien verschiedene Formen der Demokratie ausprobiert - nach der "gelenkten Demokratie" und der "Pancasila-Demokratie" sei nun eine Zeit der wirklichen Demokratisierung gekommen. Auch die Einführung des Scharia-Rechts lehnten die meisten muslimischen Gruppan ab.

Prof. Siti Musdah Mulia, die von deutschen Journalisten auf ihr Kopftuch angesprochen wurde, betonte, die Jilbab gehöre nicht zu einer muslimischen Identität. Es müsse jeder Frau selbst überlassen sein, darüber zu entscheiden, ob sie sich verschleiern wolle.

Der vom Institut für Auslandsbeziehungen organisierte Dialog mit dem Thema „Islam, Demokratie und Pressefreiheit – Herausforderung und Perspektive für Indonesien und Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts“ behandelte vier Gesichtspunkten: die Beziehung zwischen Islam und Demokratie, die Berichterstattung zum Thema Islam in deutschen und indonesischen Medien, das Problem der Pressefreiheit und die Garantie der Pressefreiheit. Zum Themna Medienfreiheit sprachen am zweiten Konferenztag die folgenden Gastredner fortgesetzt worden: Uni Lubis von ANTV, Anett Keller von der Asia Pacific Times und Ishadi SK von Trans TV, zudem Prof. Dr. Siegfried Weischenberg von der Universität Hamburg, Leo Batubara von Dewan Pers Indonesia, Prof. Dr. Bernd Blobaum, Dr. Thomas Hanitzsch, Prof. Dr. Martin Loffeholz und Fetty Fajriati.

 


Quelle: Antara
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