Deutsche und indonesische Journalisten haben
sich am 4. und 5 März in Jakarta getroffen, um über
Islam Medienfreiheit und Demokratie zu diskutieren.
Unter den Rednern waren Dr. Hans Ludwing Freese vom Bremer
Verlag Kleio Hamunities, Andreas Zumach, Romo Franz Magnis
Suseno, Prof. Azyumardi Azra, Prof. Siti Musda Mulia, Prof.
Dr. Deddy Mulyana und Saur Hutabarat.
Die Teilnehmer des Dialoges - Vertreter deutscher und indonesischer
Medien sowie Medienwissenschaftler - diskutierten mit viel
Enthusiasmus den indonesischen Islam und die Darstellung des
Islam in den deutschen Medien. Von deutscher Seite gab es
viele Fragen zu Pressefreiheit und der Rolle der Medien in
Indonesien. Besonders heiß diskutiert wurde die Empfindlichkeit
der muslimischen Gläubigen gegenüber westlichen
Nachrichten, besonders im Fall der Mohammed-Karrikaturen von
2006 und 2008. Hitzig wurde die Debatte als Prof. Deddy Mulyana
mehr Verständnis westlicher Medien für die Gefühle
der Moslems forderte. "Ich verstehe nicht, warum die
westlichen Medien nicht aus ihren Fehlern lernen können",
sagte Mulyana und löste damit großen Protest bei
den deutschen Teilnehmern aus.
Indonesien als Staat mit der weltweit größten
muslimischen Bevölkerung sei ein demokratischer Staat,
betonte Franz Magnis Suseno. Auch viele muslimisch ausgerichtete
politische Parteien wünschten sich Demokratie, einschließlich
der Partei für Gerechtigkeit und Wohlstand (Partai Keadilan
Sejahtera – PKS), die sich klar für die Förderung
der Demokratie ausspreche. „Nur kleine islamische Gruppen
lehnen Demokratie ab“, betonte er
Diese Ansicht teilte auch Prof. Azyumardi Azra. Seit der
Staatsgründung habe Indonesien verschiedene Formen der
Demokratie ausprobiert - nach der "gelenkten Demokratie"
und der "Pancasila-Demokratie" sei nun eine Zeit
der wirklichen Demokratisierung gekommen. Auch die Einführung
des Scharia-Rechts lehnten die meisten muslimischen Gruppan
ab.
Prof. Siti Musdah Mulia, die von deutschen Journalisten auf
ihr Kopftuch angesprochen wurde, betonte, die Jilbab gehöre
nicht zu einer muslimischen Identität. Es müsse
jeder Frau selbst überlassen sein, darüber zu entscheiden,
ob sie sich verschleiern wolle.
Der vom Institut für Auslandsbeziehungen organisierte
Dialog mit dem Thema „Islam, Demokratie und Pressefreiheit
– Herausforderung und Perspektive für Indonesien
und Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts“ behandelte
vier Gesichtspunkten: die Beziehung zwischen Islam und Demokratie,
die Berichterstattung zum Thema Islam in deutschen und indonesischen
Medien, das Problem der Pressefreiheit und die Garantie der
Pressefreiheit. Zum Themna Medienfreiheit sprachen am zweiten
Konferenztag die folgenden Gastredner fortgesetzt worden:
Uni Lubis von ANTV, Anett Keller von der Asia Pacific Times
und Ishadi SK von Trans TV, zudem Prof. Dr. Siegfried Weischenberg
von der Universität Hamburg, Leo Batubara von Dewan Pers
Indonesia, Prof. Dr. Bernd Blobaum, Dr. Thomas Hanitzsch,
Prof. Dr. Martin Loffeholz und Fetty Fajriati.
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