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Dienstag, 15. Januar 2008

DREI JAHRE NACH DEM TSUNAMI - WIEDERAUFBAU IN ACEH

Das schwere Erdbeben und der verheerende Tsunami, die Aceh und Nias an Weihnachten vor drei Jahren verwüstet haben, haben nicht nur Indonesien einige wichtige Dinge gelehrt, sondern auch die internationale Gemeinschaft. Von den Erfahrungen beim Wiederaufbau mit gut koordinierten gemeinschaftlichen Aktionen, dem großen Engagement aller Seiten, der Entschlossenheit der örtlichen Bevölkerung bei der Unterstützung der Hilfsaktionen, dem Engagement der Regierung, hilfreichen Bestimmungen und der Kühnheit der Initiativen kann die ganze Welt profitieren.

Erfolge beim Wiederaufbau

Der Wiederaufbau in Aceh und Nias ist trotz einiger Unzulänglichkeiten sehr erfolgreich. Bis November 2007 wurden 102 063 Häuser errichtet (von benötigten 120.000), 613 medizinische Einrichtungen wurden aufgebaut (beschädigt wurden beim Tsunami nur 127), 2191 km Straßen wurden gebaut (benötigt werden 3000 km), 64 019 Ha Agrarfläche wurden rehabilitiert (zerstört wurden 60 000 Ha), 868 Schulen wurden gebaut (benötigt werden 2006).

Außerdem wurden u.a. folgende Einrichtungen (wieder) aufgebaut: 17 Seehäfen (14 vom Tsunami beschädigt), 10 Flughäfen/Flugpisten (von 11 benötigten) sowie 226 Brücken (120 vom Tsunami zerstört). 99 903 große und mittelständische Unternehmen wurden unterstützt (von 100.000 beschädigten), 23 095 Lehrer ausgebildet (2500 wurden vom Tsunami getötet). Diese Errungenschaften wurden durch die große Unterstützung der örtlichen Bevölkerung ermöglicht. Die Behörde für Wiederaufbau von Aceh und Nias (Badan Rekonstruksi dan Rehabilitasi Aceh dan Nias) will bis zum April 2009 ihr Mandat beendet haben.

Deutsche Hilfe beim Wiederaufbau

Deutschland war das erste Land, dass nach der Phase der Nothilfe formell Spendengelder bereitstellte. Deutschlands rasche Nothilfe beinhaltete humanitäre Hilfe in Form von Trinkwasserversorgung, Lebensmitteln und Aufbau und Ausstattung von Notunterkünften durch die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und die Förderbank KfW.

Nachdem der indonesische Wiederaufbauplan in Kraft gesetzt worden war, fanden vom 17. bis zum 19. Mai 2005 in Indonesien besondere Regierungsverhandlungen zur Diskussion des Wiederaufbaus statt. Deutschland ist mit 186 Millionen Euro der größte bilaterale Geldgeber, der sich am Wiederaufbau nach dem Tsunami beteiligte. Rund die Hälfte der Summe wurde bereits für spezifische Maßnahmen ausgegeben. Die deutschen Beiträge zum Wiederaufbau konzentrieren sich dabei auf die Bereiche Gesundheitsversorgung (€ 54 Mio), Bildung (€ 40 Mio), Wohnungsbau (€ 36 Mio), Verwaltung / good governance (€ 22 Mio) und Entwicklung des privaten Sektors (€ 11 Mio).

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) weitete außerdem das laufende Kooperationsprogramm in Indonesien vorübergehend auch auf Aceh/Nordsumatra aus.

Im Gesundheitssektor setzte Deutschland zunächst das Abidin-Krankenhaus in Banda Aceh wieder in Betrieb. Danach wurde mit der Errichtung einer neuen Einrichtung in flutsicherer Lage begonnen. Darüber hinaus wurden die Gesundheitsdienste an der Ostküste und in der ehemaligen Rebellenregion im Inland wiedereingerichtet und ausgebaut. In der gesamten Provinz Aceh und auf der Insel Nias führte Deutschland Berufstrainingsmaßnahmen durch. Bildungseinrichtungen und Ausstattung für 12000 Schüler wurden bislang bereitgestellt.

Deutsche Stellen halfen Einwohnern und Lokalbehörden bei der Planung neuer Siedlungen und dem umweltfreundlichen, katastrophenresistenten Aufbau von Infrastruktur. In Gegenden mit besonders hohen Flüchtlingszahlen trug die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zur Vergrößerung der Kapazitäten der örtlichen Einwohnermeldeämter bei, um Geburten, Todesfälle und Eheschließungen zu registrieren.

Mittel des deutschen Auswärtigen Amts haben geholfen, in der ganzen Provinz Wahlregister einzurichten. Diese Maßnahme ermöglicht die korrekte Durchführung von Wahlen.


 
© 2001-2010 Botschaft der Republik Indonesien in Berlin - Deutschland