| Das schwere Erdbeben und der verheerende Tsunami, die Aceh
und Nias an Weihnachten vor drei Jahren verwüstet haben,
haben nicht nur Indonesien einige wichtige Dinge gelehrt, sondern
auch die internationale Gemeinschaft. Von den Erfahrungen beim
Wiederaufbau mit gut koordinierten gemeinschaftlichen Aktionen,
dem großen Engagement aller Seiten, der Entschlossenheit
der örtlichen Bevölkerung bei der Unterstützung
der Hilfsaktionen, dem Engagement der Regierung, hilfreichen
Bestimmungen und der Kühnheit der Initiativen kann die
ganze Welt profitieren.
Erfolge beim Wiederaufbau
Der Wiederaufbau in Aceh und Nias ist trotz einiger Unzulänglichkeiten
sehr erfolgreich. Bis November 2007 wurden 102 063 Häuser
errichtet (von benötigten 120.000), 613 medizinische
Einrichtungen wurden aufgebaut (beschädigt wurden beim
Tsunami nur 127), 2191 km Straßen wurden gebaut (benötigt
werden 3000 km), 64 019 Ha Agrarfläche wurden rehabilitiert
(zerstört wurden 60 000 Ha), 868 Schulen wurden gebaut
(benötigt werden 2006).
Außerdem wurden u.a. folgende Einrichtungen (wieder)
aufgebaut: 17 Seehäfen (14 vom Tsunami beschädigt),
10 Flughäfen/Flugpisten (von 11 benötigten) sowie
226 Brücken (120 vom Tsunami zerstört). 99 903 große
und mittelständische Unternehmen wurden unterstützt
(von 100.000 beschädigten), 23 095 Lehrer ausgebildet
(2500 wurden vom Tsunami getötet). Diese Errungenschaften
wurden durch die große Unterstützung der örtlichen
Bevölkerung ermöglicht. Die Behörde für
Wiederaufbau von Aceh und Nias (Badan Rekonstruksi dan Rehabilitasi
Aceh dan Nias) will bis zum April 2009 ihr Mandat beendet
haben.
Deutsche Hilfe beim Wiederaufbau
Deutschland war das erste Land, dass nach der Phase der Nothilfe
formell Spendengelder bereitstellte. Deutschlands rasche Nothilfe
beinhaltete humanitäre Hilfe in Form von Trinkwasserversorgung,
Lebensmitteln und Aufbau und Ausstattung von Notunterkünften
durch die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit
(GTZ) und die Förderbank KfW.
Nachdem der indonesische Wiederaufbauplan in Kraft gesetzt
worden war, fanden vom 17. bis zum 19. Mai 2005 in Indonesien
besondere Regierungsverhandlungen zur Diskussion des Wiederaufbaus
statt. Deutschland ist mit 186 Millionen Euro der größte
bilaterale Geldgeber, der sich am Wiederaufbau nach dem Tsunami
beteiligte. Rund die Hälfte der Summe wurde bereits für
spezifische Maßnahmen ausgegeben. Die deutschen Beiträge
zum Wiederaufbau konzentrieren sich dabei auf die Bereiche
Gesundheitsversorgung (€ 54 Mio), Bildung (€ 40
Mio), Wohnungsbau (€ 36 Mio), Verwaltung / good governance
(€ 22 Mio) und Entwicklung des privaten Sektors (€
11 Mio).
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung (BMZ) weitete außerdem das laufende
Kooperationsprogramm in Indonesien vorübergehend auch
auf Aceh/Nordsumatra aus.
Im Gesundheitssektor setzte Deutschland zunächst das
Abidin-Krankenhaus in Banda Aceh wieder in Betrieb. Danach
wurde mit der Errichtung einer neuen Einrichtung in flutsicherer
Lage begonnen. Darüber hinaus wurden die Gesundheitsdienste
an der Ostküste und in der ehemaligen Rebellenregion
im Inland wiedereingerichtet und ausgebaut. In der gesamten
Provinz Aceh und auf der Insel Nias führte Deutschland
Berufstrainingsmaßnahmen durch. Bildungseinrichtungen
und Ausstattung für 12000 Schüler wurden bislang
bereitgestellt.
Deutsche Stellen halfen Einwohnern und Lokalbehörden
bei der Planung neuer Siedlungen und dem umweltfreundlichen,
katastrophenresistenten Aufbau von Infrastruktur. In Gegenden
mit besonders hohen Flüchtlingszahlen trug die deutsche
Entwicklungszusammenarbeit zur Vergrößerung der
Kapazitäten der örtlichen Einwohnermeldeämter
bei, um Geburten, Todesfälle und Eheschließungen
zu registrieren.
Mittel des deutschen Auswärtigen Amts haben geholfen,
in der ganzen Provinz Wahlregister einzurichten. Diese Maßnahme
ermöglicht die korrekte Durchführung von Wahlen. |