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Bevölkerung

Indonesien hat rund 210 Millionen Einwohner und ist damit nach China, Indien und den Vereinigten Staaten von Amerika an Platz vier der bevölkerungsreichsten Staaten der Welt. Durch die Verteilung der indonesischen Bevölkerung auf unzählige Inseln entwickelte sich eine einzigartige sprachliche und kulturelle Vielfalt. Indonesiens Einwohner, obgleich von gleicher Abstammung, waren von Meeren getrennt und entwickelten sich ohne Kontakt zueinander. Nicht aufgrund ihres rassischen Ursprungs, sondern eher aufgrund ihrer sprachlichen Identität, werden die Einwohner Indonesiens heute in vier ethnische Gruppen unterteilt. Eine reine Klassifizierung nach rassischem Ursprung ist auch wegen der Mischehen nicht sinnvoll.
Diese vier ethnischen Gruppen sind die Melanesen (eine Mischung aus den Sub-Mongoloiden und den Wajak), die Proto-Austronesen (einschließlich der Wajak), die Polynesen und die Micronesen.


Die Melanesen sind nochmals in Untergruppen aufgeteilt :
Die Acehnesen aus Nord-Sumatra, die Batak aus Nordost-Sumatra, die Minangkabau aus West-Sumatra, die Sundanesen aus West-Java, die Maduresen von der Insel Madura, die Javaner aus Zentral- und Ost-Java, die Balinesen, die Sasak aus Lombok und Timoresen von der Insel Timor. Auf der Insel Borneo (in Indonesiens Inselteil Kalimantan) leben die Dayak. Auf der Insel Sulawesi leben im Norden die Minahasas, im Zentrum die Torajas und im Südteil die Makasaresen und die Buginesen. Die Ambonesen auf den Molukken und die Papua sind Polynesier und Proto-Austronesen. Die Micronesen leben auf winzig kleinen Inseln an Indonesiens Ostgrenze. Außerdem gibt es andere Sub-Gruppen fremder Abstammung, wie Chinesen, Araber und Inder.

Ethnische Gruppen

Insgesamt gibt es ca. 500 ethnische Untergruppen, die das Land von Sabang an der nördlichsten Spitze von Sumatra bis nach Merauke in Papua bevölkern. Die Javaner machen den größten Teil der indonesischen Bevölkerung aus, gefolgt von den Sundanesen, den Maduresen, den Minangkabau, den Buginesen, den Batak und den Balinesen. Eins der größten gegenwärtigen Probleme ist die ungleiche Verteilung der Bevölkerung. Zum Beispiel leben 62 Prozent der Einwohner auf der Insel Java, deren Fläche nur sieben Prozent des Gesamtterritoriums des Landes ausmacht.

Sprachen und Dialekte

Die Sprachen und Dialekte, die auf dem indonesischen Archipel gesprochen und geschrieben werden, 150 bis 250 an der Zahl, werden normalerweise nach den oben genannten ethnischen Gruppen klassifiziert. Die wichtigsten regionalen und lokalen Sprachen Indonesiens sind unter anderem Acehnesisch, Batak, Sundanesisch, Javanisch, Sasak, Tetum, Dayak, Minahasa, Toraja, Buginesisch, Halmahera, Ambonesisch, Ceramesisch, sowie einige Papua-Sprachen. Innerhalb dieser Sprachgruppen existieren viele verschiedene Dialekte. Indonesiens Landessprache wurde mit der Unabhängigkeit Indonesiens offiziell eingeführt und heißt BAHASA INDONESIA. Lexik und Struktur sind hauptsächlich der malaiischen Sprache entlehnt, wurden aber durch Indonesiens multi-lokale Sprachen und Dialekte bereichert. Obwohl Bahasa Indonesia seitdem die Verkehrssprache geworden ist, sind lokale Sprachen noch gleichermaßen gültig. Deshalb ist der überwiegende Teil der indonesischen Bevölkerung zweisprachig. Im August 1973 unterschrieben Indonesien und Malaysia eine kulturelle Vereinbarung, in der sie sich auf eine ähnliche Schreibweise des malaiischen "Bahasa Persatuan" und des indonesischen "Bahasa Indonesia" einigten.

Religion

Die Mehrheit der Bevölkerung (ca. 85 Prozent) ist muslimisch. Man findet man im Land jedoch ebenso Kirchen, hinduistische oder buddhistische Tempel wie Moscheen. Die Indonesische Verfassung schreibt vor, dass niemand aufgrund seines Glaubens diskriminiert werden darf. Die Staatsphilosophie "Pancasila" betont jedoch ausdrücklich den "Glauben an einen Einzigen Gott".

Kunst und Kultur

Indonesien ist reich an Kunst und Kultur, die von Religion und Jahrhunderte altenTraditionen aus der Zeit der frühen Einwanderer sowie von westlichem Gedankengut (das zunächst von den portugiesischen Händlern und den holländischen Kolonialherren eingeführt wurde) beinflusst sind. Die höchsten Lebensgrundsätze sind die Prinzipien des „gotong royong“ (gegenseitiger Beistand) und der „musyawarah“ (Beratung) zur Findung eines „mufakat“ (Konsens). Diese Verhaltenskodizes oder Gebräuche („adat“), die aus dem ländlichen Leben stammen, gelten in regional unterschiedlicher Ausprägung bis heute für das gemeinschaftliche Leben im ganzen Land.
Religiöse Einflüsse auf die Gesellschaft sind von Insel zu Insel verschieden. Im Gegensatz zu anderen Ländern basieren die Kunstformen in Indonesien nicht nur auf Folklore, da viele in den Höfen von ehemaligen Königreichen wie z.B. in Bali und Java entwickelt wurden, wo sie auch Teil religiöser Zeremonien sind. Die berühmten Tanzdramen aus Java und Bali entstammen der hinduistischen Mythologie. Hoch stilisiert in der Bewegung und im Kostüm werden Tänze und "wayang"(Marionetten)-Dramen von einem ganzen "gamelan"-Orchester begleitet, das aus Xylofonen, Trommeln, Streichinstrumenten und Flöten besteht. Das „anklung“ ist ein Bambusinstrument Westjava, das bekannt für seine einzigartig klingenden Töne ist. Das javanische Schattenspiel wird mit ledernen Marionetten („wayang kulit“) gespielt, die von einem Puppenspieler gegen eine weiße Leinwand gehalten werden. Das Publikum sieht die Schatten hinter der Leinwand.
Das Kunsthandwerk Indonesiens ist vielfältig in Form und Kunst. Die Menschen sind von Natur aus künstlerisch und drücken ihre Ideen, Eingebungen und Gedanken auf Holz, Metall, Tonerde, Stoff und Stein aus. Der berühmte, gewachste und gefärbte Batik-Stoff aus Java, wird auch in einigen anderen Regionen wie Bali, Jambi und Madura hergestellt und dort farblich und kreativ variiert. In anderen Provinzen wie Lampung, Palembang, Makassar und West Nusa Tenggara werden handgewebte Stoffe aus goldenen und silbernen Fäden hergestellt sowie Seiden- und Baumwollstoffe mit aufwendigen Motiven.


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